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Sommerlager Bungsberg


„Ich sitze im Grünen und liebe ganz heimlich …“

CVJM Sommerlager in der Holsteinischen Schweiz

 

Unser diesjähriges CMJM-Sommerlager ging nach Altharmhorst in der Holsteinischen Schweiz, wo wir zu Gast auf dem Anwesen von Frau Vogel und ihren Pferden waren. An den Abenden konnten wir die Antenne des Bungsbergs leuchten sehen.

 

Das Aufbau-Vorkommando hatte diesmal die Aufgabe, ein gerades Lager auf einer Hügelkuppe zu errichten, was nicht einfach war und so manchem nächtens das Blut zu Kopfe steigen ließ. Aber nach ein paar Tagen hatten sich alle an ein Leben in leichter Schräglage gewöhnt. Unsere Zeltküche wurde dieses Jahr wieder von Ha-We geleitet, unterstützt von Martina mit dem Einkaufsmobil.

 

Genügsamkeit war die erste der Tugenden, die wir dieses Sommerlager erfahren und erarbeiten wollten und am Anreisetag der Kinder auf dem Plan stand. So mussten alle mit anfassen, als es darum ging, z. B. Feuerstelle und Feuerholzlager einzurichten. Frau Vogel hatte auch einige Arbeitsaufträge zu verteilen, die wir gern im Laufe der Woche nach Pfadfinderart (Tugend: Hilfsbereitschaft) für sie erledigt haben und die sie allein nicht geschafft hätte.

 

Eine Herausforderung für alle war, das wir dieses Mal nicht den Luxus eines Wasch- und Toilettenhauses hatten, sondern uns anders behelfen mussten. Es stellte sich heraus, dass unsere Miettoiletten viel besser sauber zu halten waren, als ein mottenumschwärmtes Häuschen mit Verschlägen. Und dank eines Dachbodenfundes von Harald Petersen und seiner unermüdlichen, stundenlangen Tüftelarbeit zuhause hatten wir einen alten, kupfernen Badeofen, der einmal eingeheizt und mit Kaltwasser verbunden wie ein Durchlauferhitzer arbeitete und als Outdoor-Dusche diente. Ein selbstgebautes Bad aus Latten und Planen - schon hatten wir auch dieses Problem unverzagt gelöst.

 

Viele Wanderungen hatten wir uns vorgenommen, die meisten konnten wir durchführen. Wie jedes Jahr um diese Zeit wechselten sich Sonne und Regen ab und so ganz unverzagt ist man dann doch nicht, um im strömenden Regen mit 40 Kindern durch die Landschaft zu streifen. Unsere Wanderungen führten uns zum Bungsberg, der höchsten Erhebung in der eiszeitlichen Moränenlandschaft der Holsteinischen Schweiz. Ein kleines bisschen enttäuscht waren alle, dass das Ziel doch relativ unspektakulär daher kam und offensichtlich nie genug Touristen gelockt hat, um dort etwas für Wanderer anzubieten. Dennoch wurde die Aussichtsplattform des Funkturmes bestiegen und große Begeisterung kam auf, als unser rotes Cateringmobil mit Martina und Ha-We anrollte und ein Picknick brachte. Über 12 Kilometer sind wir an diesem Tag gewandert.

 

Weitere Wanderungen führten uns zum Nücheler Badesee und zur Kirchnücheler Kirche, wo wir am Sonntag an einem Gottesdienst teilgenommen haben.

 

An den Tugend-Tagen zu den Themen Mäßigung, Achtung, Vertrauen, Disziplin, Mut, Hilfsbereitschaft, Wahrheit und Stille waren wir bei den morgendlichen Andachten immer wieder überrascht, mit welchen klugen Gedanken die Kinder bei der Sache waren, wie viel sie wussten und wie sie sich das menschliche Miteinander wünschen und vorstellen. Mit guten Vorsätzen starteten wir jeweils in den Tag und mussten feststellen, wie schwierig die Umsetzung dann doch ist, für Kinder und auch für Erwachsene! Dennoch war der erste Schritt zur Erkenntnis gemacht.

 

Um die Füße zu schonen, machten wir an einem Tag eine Busfahrt nach Lütjenburg. Der Busfahrer freute sich, dass er seinen Bus auf einen Schlag voll bekam und berechnete einen sensationell günstigen Gruppenpreis. Von Lütjenburg wanderten wir zur Turmhügelburg Nienthal und zum Eiszeitmuseum. In Lütjenburg selbst konnten wir bei italienischem Eis und am Kloppenburg-Naschregal etwas Zivilisation schnuppern, bevor uns ein Linienbus wieder zu unserem Hügel-Lager brachte.

 

Das Workshop-Angebot war reichlich: weben, filzen, kochen, Freundschaftsbänder, schnitzen, Hockerbau und natürlich in Vorbereitung auf die Wolfskopfprüfungen Pfadfindertechniken und –theorie. Die Kinder hatten sich für dieses Jahr viel Freizeit gewünscht, so dass jeden Tag Raum für Streifzüge durch den Wald oder Spiele auf der Koppel waren. Am letzten vollständigen Lagertag fanden dann endlich die Wolfskopfprüfungen statt, die von Birte mit Hilfe von unserer Pfadikollegin Ina Voigt-Schöpel aus Struxdorf gut vorbereitet waren. Über viele Stationen mussten die Kinder ihr theoretisches und praktisches Pfadfinderwissen beweisen und waren total aufgeregt! Ohne unser Zutun hatten sich schon am Vortag kleine Lerngruppen gebildet, in denen man sich gegenseitig abfragte. Am Abend konnten wir allen stolzen Teilnehmern ihre jeweiligen gelben, blauen oder roten Abzeichen überreichen. Am diesem Abend musste unser Küchenchef Ha-We uns schon verlassen, weil er noch einen Termin hatte. Mit Musikeinlage und ein paar Tränen verabschiedeten wir ihn mit „Nimm Abschied, Ha-We“.

 

Am Abreisetag wurde es etwas hektisch. Es war eine Unwetterwarnung ergangen, so dass wir uns entschieden, das gesamte Lager abzubauen und auf einen Nachkommandotag zu verzichten. Nachdem alle Nicht-Mitarbeiterkinder abgeholt waren, konnten wir fast alles noch trocken verpacken und uns mit Kaffee und Kuchen von Frau Vogel verabschieden.

 

Ich sitze im Grünen und liebe ganz heimlich…? Dieses Kennenlernspiel sollte eigentlich nur die Pfadfinder, die sich noch nicht oder nur vom Sehen kannten, miteinander bekannt machen. Es entpuppte sich jedoch als der Renner, der jeden Tag eingefordert wurde. Gute Namenskenntnisse und schnelle Reaktion waren gefragt, besonders spannend wurde es, wenn die Namen in der Gruppe doppelt vorkamen!

 

Das Gruppenleiterteam Sven, Heike, Birte und Silke bedankt sich bei Martina und Ha-We und bei den jugendlichen Helfern Vanessa, Frederike, Jana und Johanna, die sich alle als echte Stützen des Lagerlebens erwiesen haben. Dank auch an Frau Vogel und nicht zuletzt an unsere Pfadfinder, für die wir uns die Arbeit immer gern machen.

 

Silke Grosser